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Die größte Herausforderung: die Zukunft und das Berufsleben

Heutzutage beginnen der Stress und der Druck bereits in dem Kindergarten. Von der Gesellschaft werden überwiegend nur leistungsstarke Kinder erwartet, die am besten alles können.
Diesen Stress hatten wir meiner Meinung nach noch nicht. Wir hatten auch eine ganz andere Kindheit, als die Kids von heute – aber das ist ein ganz anderes Thema.

Meine schulische Ausbildung verlief nicht so einwandfrei, wie bei anderen: durch einen langen Kuraufenthalt habe ich eine extra Ehrenrunde gedreht und da ich nicht die beste in Mathe war, in Deutsch nicht die Lieblingsschülerin der Lehrerin war und das alles nicht mit Englisch ausgleichen konnte, bekam ich keinen Q-Vermerk für das Abitur.

Ich wollte das Abitur. Ich brauchte es, um beim Bund Medizin studieren zu können. Denn ein Praktikum während der Realschule überzeugte mich von dem Umfeld und der Arbeit an sich. Medizin begeistert mich immer noch – auch wenn da häufig nur Fachidioten mit einem Schnitt von 1,1 sitzen, nicht mit Menschen umgehen können und sowieso pauschalisiert gesagt kein Leben mehr haben. Naja, das Medizinstudium gibt’s dann eben im anderen Leben. Übrigens: Heute weiß ich, dass ich nach der Realschule einfach eine medizinische Ausbildung hätte machen sollen.. Später ist man immer schlauer!

Dann habe ich das Fachabitur mit dem Schwerpunkt in Sozial- und Gesundheitswesen gemacht. Dort fielen mir die Fächer viel leichter, als auf der Realschule. Zusammen mit den aufgeschlossenen und netten Lehrern sowie mit einer Menge super Freunden in der Klasse, hatte man viel Spaß am Unterricht. Durch die guten Noten habe ich nach dem Fachabi noch zwei Jahre für das Abitur drangehängt. Auch da: super Lehrer und Freunde. Unsere Klasse war das sogenannte Prinzessinnenreich… wir waren zu 12. in einer Klasse, hatten den besten Lehrer als Prinzen und ein eigenes Häuschen mit unserem Klassenraum. Ein Traum für das Abitur!

Während der schulischen Laufbahn auf dem Berufskolleg hatte ich immer mein Ziel vor Augen: das Studium beim Bund. Doch nach ausführlichen Untersuchungen des Gesundheitszustandes, bin ich aufgrund starker Knieprobleme nicht zugelassen worden. Aus der Traum. Zumindest erst einmal – denn der Traum schwirrt immer noch tief in meinem Köpfchen.

Tja, dann saß der Schmerz erst einmal genauso tief und ich musste mir etwas anderes überlegen. Aus Paderborn wollte ich nicht so schnell weg, also schaute ich mich nach Studiengängen und -fächern in PB um. Mir liegen Sprachen, Mathe wollte ich vergessen, Lehramt kam nicht in Frage und die ganzen anderen naturwissenschaftlichen Fächer wie Bio, Physik und Chemie sollten auch weitestgehend der Vergangenheit angehören. Aufgrund meiner Leidenschaft für Sprachen, entschied ich mich für den Studiengang Zwei-Fach-Bachelor mit den Fächern Deutschsprachige Literaturen und Französisch.

Was ich damit nach dem Studium anfangen könnte war mir zunächst egal. Hauptsache ich komme vorwärts. Aus der Ahnungslosigkeit entwickelte sich schnell ein Interesse für den Journalismus/ die Redaktion und Grafik. Ein Wechsel in die Medienwissenschaften konnte ich nach drei Semestern auch nicht mehr angehen – ich wollte nicht noch mehr Zeit verlieren.

Im Nachhinein ist auch das ein doofer Fehler, aber: hinterher ist man immer schlauer!

Ein Praktikum bei einem Magazin mit dem wahrscheinlich geilsten Team, stärkte mich dennoch in meinem Interesse, da ich in die Bereiche Redaktion/Journalismus auch quer einsteigen kann… Aber wie die Berufsaussichten für Anfänger in den Bereichen sind, muss ich bestimmt niemandem erläutern.

Deshalb ist nun der Wechsel zu Lehramt geplant. Denn durch meinen Nebenjob kann ich mich mittlerweile super mit dem Gedanken Lehrerin zu werden anfreunden. Alle bisherigen Kurse werden mir angerechnet, sodass ich „nur noch“ bildungswissenschaftliche und didaktische Kurse nachholen muss. Mit der Option erweitere ich lediglich meine Berufsmöglichkeiten: Schulbuchverlag und Lehrerin sind dann zusätzlich möglich. Nebenbei versuche ich als freie Mitarbeiterin im Bereich des Journalismus Erfahrungen zu sammeln und wer weiß, was ich in einigen Jahren bin?! Redakteurin? Journalistin? Fotografin? Arbeite ich im Verlag oder unterrichte ich Kinder? Mittlerweile kann ich mir zumindest alles vorstellen!


Es ist echt mies, dass man heutzutage von Anfang an alles geben muss. Überall. Man soll sich quasi für sein ganzes Leben für eine (!) Ausbildung entscheiden und das viel zu früh. Dann soll es ein Job sein, in dem man gut verdient und an dem man Spaß hat… Aber ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin und schon immer gewesen bin. Wer weiß, was ich sonst gemacht hätte, wenn ich diese Umwege nicht gegangen wäre?!

 

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