Bauleistungsbeschreibung

Sie ist neben dem Werkvertrag die Grundlage für das Bauvorhaben. Ich bin schon oft auf die Schnauze gefallen, weil ich irgendwelche Rechnungen nicht aufgehoben habe oder mündliche Absprachen nicht schriftlich festgehalten habe. Deshalb bin ich sehr kleinlich geworden und das bekam unser Generalunternehmer (GU) auch zu spüren – ich habe immer überall nachgehakt und wollte alles mit in die Bauleistungsbeschreibung aufnehmen!
Hier noch ein paar Tipps, die wir von unserer externen Bauleitung bekommen haben:

  1. Wie ist die Schwelle zur Tür geregelt? Gibt es eine Treppenstufe? Seid ihr dafür verantwortlich?
  2. Definiert die Treppe genauer: Ist es eine Holzkonstruktion? Stahlbeton? Granit?
  3. Maßtoleranz? Kann zu einem gewissen Maß geduldet werden. Die wichtigen Dinge (z.B. die Küche) werden immerhin am Ende noch einmal neu eingemessen, um dann endgültig zu bestellen.
  4. Lasst euch im Dachgeschoss keine OSB-Platten verlegen, wenn ihr keine Betondecke habt (die sind dampfdiffusionsdicht=nicht atmungsaktiv) – besser 22mm Rauhspund.
  5. Definiert genauso die Einschubtreppe – sie sollte den Anforderungen der EnEV entsprechen
  6. Fensterbänke definieren! Alu? Granit? Welche Stärke? Farbe?
  7. Lasst euch ein verbindliches Angebot für die Erdarbeiten geben. Die Bodenverhältnisse sollten eingeplant werden.
  8. Ihr könnt und solltet euch 5% des Gesamtpreises (Forderungsicherungsgesetz) zurückbehalten, falls ein Gewerk nicht vernünftig ausgeführt wird.
  9. Haltet einen Schriftsatz für Termine der Eigenleistungen fest.
  10. Regelt eine Gewährleistungsbürgschaft durch den GU/Bauträger und haltet fest, was bei Verzug passiert.
  11. Haltet einen Fertigstellungstermin fest.

Anbei noch ein paar allgemeine Tipps von der Gutachterin, die an uns gerichtet waren. Da hier alle Bauherren nur voneinander profitieren können und durch Tipps von anderen schlauer werden, wollte ich euch die Infos nicht vorenthalten:

  • Elektro: Wenn Leerrohre über den Boden verlegt werden, dann sollten sie nicht direkt an der Wand des Raumes verlegt werden, sondern rechtwinklig von der Wand entlang zum Boden, dann erst 30cm in den Raum hinein und dann parallel an der Wand entlang.
  • Einschubtreppe: Vor den Estricharbeiten sollte die Treppe mit Folie abgedeckt werden. Bei uns hätte die Dämmung zunächst auf der nackigen Betondecke gelegen und wäre feucht geworden. Weil Feuchtigkeit nach oben aufsteigt und sich sonst alles im Dach bei der Dämmung sammeln würde, sollte die Luke nach oben also dicht verschlossen werden.
  • Dachboden: Um Abstellfläche zu schaffen, reicht es, wenn hinterher Kanthölzer in der Dicke von der Dämmung ausgelegt werden- natürlich nicht auf die Dämmung, einfach die Dämmung einschneiden. Danach KEINE OSB-Platten verlegen, sondern Platten Rauhspund. Denn die sind diffusionsoffen (siehe oben im Text).
  • Beim Blower-Door-Test sollten auch schon die Lüftungsgeräte für die Dezentrale Lüftungsanlage montiert sein. Die werden dann zwar angeklebt, aber man kann dadurch erkennen, ob sie dicht und vernünftig angebracht sind.
  • Betontreppe: Da wir den Platz unter der Treppe (als Speisekammer) nutzen werden, sollen wir dort zunächst für ausreichend Lüftung sorgen! Durch den Beton gibt es mehr Bedarf, sodass der kleine Raum für ein Jahr erstmal nicht komplett zugestellt werden sollte- erst recht nicht direkt an die Wand, da sonst zu schnell Schimmel entsteht. Wenn möglich auch abends mal für eine Stunde einen Lüfter darein und für Luftaustausch sorgen.
  • Malerarbeiten: Für die erste Farbe auf der Wand sollte unbedingt Farbe auf Silikatbasis verwendet werden, da die Farbe sehr atmungsaktiv ist und das Risiko für Schimmel vorgebeugt werden kann. Latexfarbe bzw. lackartige Farben sollten erst nach 3-4 Jahren an die Wand kommen.
error: Oops, my content is protected!