Grundriss

Zeichnen, zeichnen, zeichnen. Ich glaube, dass das jeder schon automatisch macht. Es lässt einem keine Ruhe, bis man seinen eigenen Traum schwarz auf weiß auf Papier hat. Im Prinzip haben wir uns unseren Grundriss selbst gezeichnet und uns so lange beim Architekten durchgesetzt, bis wir zufrieden waren! Architekten achten gerne darauf, dass z.B. im Norden möglichst wenig Fenster sind (Energieverlust und so). Ja Pustekuchen, wenn wir so eine geile Aussicht haben, wollen wir auch gerne Fenster in die Richtung haben.

Stellt euch alles vor. Ihr müsst darin wohnen und nicht der Architekt! Ihr wollt darin glücklich sein. Wir haben uns erst vor kurzem Möbel gekauft und nehmen den Großteil mit. Natürlich muss dann auch alles ins Haus passen und der Architekt hat uns manchmal Wände gezeichnet, wo vielleicht ein Kinderbett hingepasst hätte. Wir haben aber ein Boxspringbett mit zwei Nachtschränkchen und dafür brauchten wir z.B. eine minimale Wandbreite… Achtet auf alles! Auf jedes kleinste Detail. Schaut auch, dass ihr noch im fortgeschrittenen Alter in der Wohnung zurechtkommt. Alles was ihr jetzt schon beachtet, muss nicht mehr nachgerüstet werden. Als App hat mir übrigens „Roomle“ ganz gut geholfen. Dabei kann man die Räume auch halbwegs gescheit einrichten. Für die Grundrisse habe ich stinknormales Papier genommen und immer wieder neue Konstellationen ausprobiert.

Wir haben uns zu Beginn eine Liste mit den Must-haves erstellt: Raumgrößen, Anordnung der Zimmer, welche Zimmer sollen zur Straßen-/Garten-/Sonnenseite usw. Es gab auch Nice-to-haves aber davon erwähne ich jetzt mal nichts mehr!

Dadurch stand am Ende bereits eine grobe Anordnung fest und die Details haben wir dann nach und nach in Gesprächen mit den Architekten zusammen hinbekommen. Dabei war uns zum Beispiel wichtig, dass die Laufwege beachtet werden. Wie kommen die Einkäufe in die Küche? Wo dürfen Jacken und Schuhe nach dem Eingang hin? Soll ich erst das Haus durchqueren, um von der Küche in den Hauswirtschaftsraum (HWR) zu kommen?

Um ein richtiges Gespür für Grundrisse und Maße zu bekommen, haben wir etliche Kataloge angefordert und waren wir in einem Musterhauspark. Dort haben wir auch den für uns perfekten Dachüberstand gefunden und einfach in dem entsprechenden Haus nach den Maßen gefragt.

Denkt bei dem Grundriss auch an später. Ein zusätzliches Zimmer im EG kann auch als weiteres Schlafzimmer genutzt werden, wenn es zuvor als Büro oder Gästezimmer genutzt wurde. Die anderen Räume sollten auch noch Gestaltungsmöglichkeiten zulassen, da sich die Lebensgewohnheiten auch ändern können oder das ein oder andere Möbelstück mit der Zeit an einen anderen Platz kommen könnte.

Nun gibt’s noch ein paar Details zu den Räumen:

  • Eingang | Genügend Platz, um die Gäste hereinzubitten und nicht im Regen stehen zu lassen? Platz für eine Garderobe? Soll der Schrank in einer Mauer eingebaut werden? Hier haben wir aus Platzgründen die Treppe nicht direkt neben die Tür gesetzt – das mögen wir optisch auch nicht und irgendwie steht sonst immer jemand zum Öffnen der Tür auf der Treppenstufe
  • HWR | Hier war für uns der Nebeneingang Pflicht. Die Technik kommt hier unter. Ein Waschbecken war obligatorisch (Wasser vom Trockner, schmutzige Schuhe waschen, Hundefutter auftauen, zum Reinigen des Aquariums,…), Wäscheabwurf. Bei uns sind 10 qm wirklich eine Herausforderung für den Bauleiter gewesen – bei allen Anschlüssen war er persönlich vor Ort, um den Platz bestmöglich nutzen zu können. Die Hausanschlüsse, Waschmaschinen- und Trockneranschluss, Waschbecken, Heizung, ein Fenster, zwei Türen und ggf. Lüftung müssen hier in einen Raum. Weniger als 10 qm sind wirklich kaum möglich.
  • Gäste-WC | Eigentlich auch das Bad, was wir überwiegend im Alltag benutzen – schenkt dem Bad also ausreichend Beachtung! Für Daniel war hier ein Pisseoir obligatorisch. Eine zusätzliche Dusche kann praktisch sein.
  • Büro | Für mich als Studentin sehr hilfreich und auch hinsichtlich meines Berufes praktisch. Bereits jetzt sind einige viele Ordner und Bücher vorhanden. Hier sind auch schon Fernseher- und Lan-Anschlüsse, falls das Zimmer mal einen anderen Sinn bekommen soll. Auf genügend Abstellfläche für große Regale haben wir auch geachtet.
  • Küche | Soll eine Insel in die Mitte? Ein Kühlschrank mit Wasseranschluss? Dann denkt im besten Fall an einen separaten Wasseranschluss! Soll eine Speisekammer direkt an die Küche? Eine Backup-Küche? Wie wäre es, wenn es aus der Küche direkt zum Grillen auf die Terrasse geht? Soll eine Schiebetür die Küche abtrennen? Dunstabzugshaube – die benötigt entsprechende Anschlüsse. Am besten sollte sie schon vor dem Grundriss feststehen oder währenddessen geplant werden, damit sie in den Grundriss übertragen werden kann.
  • Wohn- und Essbereich | Als Zentrum im Haus? Eine große Schiebetür zum Garten? Ein Sitzfenster? Mehrere Fernsehanschlüsse ermöglichen es ganz einfach die Möbel umstellen zu können. Müssen die Jalousien der Fenster immer geschlossen sein, um dann das Bild auf dem Fernseher sehen zu können? Oder kann auf das Fenster verzichtet werden? Wo soll an Weihnachten der Tannenbaum hin? Wo kann das Körbchen für den Hund hin?
  • Badezimmer im OG | T-Lösung? Geschützter Bereich für die Toilette? Wäscheabwurf für die hier anfallende Wäsche? Badezimmer in der Nähe zum Schlafraum? Aufgrund des Lärms vielleicht nicht direkt am künftigen Kinderzimmer? Ist hier Stauraum für Kosmetika und Handtücher? Soll ein zusätzlicher Badheizkörper für Handtücher in den Raum?
  • Kinderzimmer | Hier kann ich noch nicht viel sagen – die Zimmer sollten für uns die gleiche Größe haben, möglichst viel Tages-/Sonnenlicht bekommen und sollten für den Lärm nicht zur Straße liegen.
  • Schlafzimmer und Ankleide | Für den Schlafraum wollten wir möglichst wenig Platz, um ihn wichtigeren Räumen zu lassen. Die Ankleide hatte die Vorgaben für entsprechende Plätze. Passt ein großes Bett mit Nachtschränken hinein? Ein Körbchen für den Hund? Entsprechend Tageslicht? Gibt es unerwünschte Einblicke von Nachbarn?
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