Hormone und Verhütung

Der Besuch beim Frauenarzt steht für junge Frauen vor allem dann an, wenn es um die Verhütung oder um das Einsetzen der Periode geht.

Von der Ärztin wird einem meistens noch ahnungslos die gängigste Verhütungsmethode angeboten: die Pille.
Denn sie ist einfach in der Anwendung und hat eine der geringsten Risiken, dass Frauen damit schwanger werden.

Die erste Frauenärztin bei der ich gewesen bin, war mir letztendlich doch zu unfreundlich. Außerdem sah ich es nicht ein, dass ich zwei oder sogar drei Stunden Wartezeit mit einrechnen musste. Da diese lange Wartezeit und die Unfreundlichkeit (auch der Arzthelferinnen an der Rezeption) an der Tagesordnung waren, wechselte ich zu der Frauenärztin des Vertrauens meiner Mutter und Oma (die Ärztin hat übrigens schon damals die Schwangerschaft meiner Mutter mit mir begleitet).
Bei dieser Ärztin wurde man direkt von netten Arzthelferinnen an der Rezeption empfangen und ich hatte meistens nur eine Wartezeit von 15-20 Minuten. Damit kann man definitiv leben!

Aber auch hier gab es einen Haken.
Sobald es nicht mehr um die Routine-Untersuchungen ging, blieb die Freundlichkeit der Ärztin aus. Und generell hatte ich nach einigen Jahren den Eindruck, dass es sich hier mittlerweile um „Fließarbeit“ handelt. Sie hat sich keine Zeit für Fragen genommen und wollte schnellstmöglich ihre Patientinnen behandeln (ja, daher bestimmt die geringe Wartezeit… Aber trotzdem fühlt man sich dann nicht richtig aufgehoben).

Und als meine Periode dann mal unerwartet ausblieb, ich mir Sorgen machte und einige Fragen hatte, zeigte mir die Ärztin so wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen, dass auch sie alle Pluspunkte verloren hatte.
Für die Probleme junger Frauen scheint sie kein offenes Ohr und keine Zeit zu haben. Hinzu kommt noch die aussichtslose Beratung zur Verhütung.

Wenn man seit dem 15. Lebensjahr die Pille mit etlichen Hormonen schluckt und sich dann endlich mal dazu entschlossen hat darauf zu verzichten, dann ist die einzig vorgeschlagene Alternative die Spirale… Hier zeigte sich wieder einmal kein Verständnis, denn die Ärztin ging nicht auf meinen Wunsch der hormonfreien Verhütung ein..

Warum sind Frauenärzte so von der Pille überzeugt? Bekommen sie für jedes Rezept eine Provision? Ist es wirklich die sicherste oder unschädlichste Methode?
Ich weiß es leider nicht. Aber ich wusste, dass ich eindeutig keine Hormone mehr zu mir nehmen wollte.

Hier sind einige Fakten, die für das Absetzen der Pille sprechen:

  1. Man muss nicht mehr ständig an die Einnahme der Pille denken, also kein Leben mehr nach Terminplan..
  2. Durch die Pille wird stark in den Hormonhaushalt eingegriffen
  3. Der Eisprung wird unterdrückt. Durch die Hirnanhangdrüse werden nicht mehr die Hormone FSH und LH ausgeschüttet, die für das Heranreifen eines Eis notwendig sind.
  4. Zunehmende Anfälligkeit für Infektionen im Intimbereich
  5. Häufigeres Auftreten von Thrombosen und Herz-Kreislauf-Störungen
  6. Oft Empfängnis- und Zyklusprobleme während der ersten Monate nach Absetzen der Pille
  7. Libidoverlust
  8. Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen

Während meiner Überlegungen hatte ich mich mit einer guten Freundin aus der Realschulzeit unterhalten. Ich erzählte ihr von dem Thema, da wir die gleiche erste Frauenärztin hatten und sie berichtete von ihrer neuen Verhütungsmethode: die Gynefix Kupferkette, von der sie super überzeugt ist.

Es ist ähnlich wie eine Spirale- nur viel kleiner, beweglicher, natürlich viel besser als die Spirale und vor allem ist die Kette hormonfrei.

GyneFix- Verankerung. Quelle: http://www.kupferkette.info/images/GyneFix-Verankerung.jpg

GyneFix- Verankerung. Quelle: http://www.kupferkette.info/images/GyneFix-Verankerung.jpg

Ganz oben an der Kette ist ein Knoten, der in der Gebärmutter verankert wird. Daran hängen einige Kupfer-Ionen, die die ankommenden Spermien abtöten, indem das Kupfer austritt. Somit haben die Spermien keine Chance, um sich einzunisten.
Die Kette muss man circa alle fünf Jahre erneuern, man kann sie jederzeit kostenfrei entfernen lassen und kostet auf die Jahre verteilt weniger als die Pille.

Meine Freundin berichtete, dass sie beim Einsetzen höllische Schmerzen hatte und sie mir den Eingriff auf jeden Fall mit Narkose empfehlen würde. Denn es sind nicht nur Schmerzen wie bei einem Piercing oder einem Tattoo – so wird es nämlich auf der offiziellen Seite angepriesen. Sie erzählte, dass sich ihr Unterleib quasi in zwei Teile gerissen angefühlt hat und es nicht auszuhaltene Schmerzen gewesen sind. Ihr Kreislauf machte schlapp, sodass sie sich noch einige Stunden in der Praxis erholen musste..

Dennoch machte ich nach langen Überlegungen und Gesprächen mit meinem Freund sowie meiner Mutter, zunächst für ein Beratungsgespräch einen Termin. Denn es scheint DIE Alternative überhaupt gewesen zu sein.
Bei dem Gespräch hörte sich alles gut an, sodass ich mir einen Termin für das Einsetzen der Kette machte. Der letzte Blister der Pille war zwei bis drei Wochen vor dem Termin aufgebraucht, sodass ich die Pille dann bereits absetzte.

An dem Tag des Einsetzens brachte mich mein Freund zur Praxis. Ich hatte ein kurzes Gespräch mit der Anästhesistin, die Ärztin gab mir den Aufklärungsbogen, ich unterschrieb ihn (denn ohne Unterschrift wird nichts gemacht) und dann ging es auch schon los. Ich lag auf dem Stuhl und die Anästhesistin leitete die „Kurznarkose“ ein- ich war quasi nur für den Eingriff in Vollnarkose, schlief noch 30 Minuten im Aufwachraum, musste weitere 15 Minuten warten und konnte dann mit meinem Freund nach Hause.

Zuhause schlief ich erst einmal weiter und spürte dann gegen Abend bereits Schmerzen.
Natürlich hat man Schmerzen, wenn einem so ein Knoten in die Gebärmutter gestoßen wird! Hinzu kamen noch Schmerzen von dem erstmals gespürten Eisprung, auf den mich die Ärztin vor der Narkose hinwies.
In der Praxis wurde bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Schmerzen auftreten werden und ich dann Ibuprofen einnehmen soll.
Ich bin leider kein Fan von Medikamenten.. Also nahm ich wirklich nur das Mindeste.

Aber am Tag darauf wurde es viel schlimmer. Ich nahm mehr Tabletten, die allerdings auch nicht wirklich geholfen haben. Ich rief bei der Praxis an, erzählte von den Schmerzen und wurde weiterhin auf Tabletten verwiesen, denn die Schmerzen seien ein paar Tage danach normal.
Okay, also musste ich wohl etwas Leiden und freute mich einfach auf die Zeit, in der ich nie wieder einen Gedanken an die Pille verschwenden musste..

Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht was für Schmerzen ich da ertragen musste.. Ob es vom Eisprung, der Kupferkette oder der Kombination kam. Aber diese Schmerzen waren unerträglich! In Wehen ähnlichen Schüben bekam ich ein Ziehen und Stechen im Unterleib, sodass ich weder atmen, noch mich bewegen konnte.

Nach ein paar Tagen hatte es sich dann Gott sei Dank wieder beruhigt und ich wartete gespannt auf den Kontrolltermin nach einer Woche. Dort sollte geprüft werden, ob die Kette noch richtig sitzt.
Als ich der Ärztin dann persönlich von den Schmerzen erzählte, wirkte sie etwas verunsichert. Der Blick beim Ultraschall bestätigte ihre Unsicherheit: die Kupferkette war nicht mehr sichtbar.
Sie meinte, dass sich die Kette anfangs noch lösen kann und somit beim Wasser lassen mal mit in die Toilette fallen kann- mir war aber nichts aufgefallen.

Zur Sicherheit sollte ich dann schnellstmöglich zum Röntgen, da die Kette ansonsten auch in den Bauchraum gewandert sein könnte. Ihren Worten zu Folge: Es passiert bei einer von 10.000 Frauen und wenn das der Fall sei, dann sollte ich doch noch schnell Lotto spielen!
In dem Moment hatte ich aber andere Sorgen!!
Schließlich könnte diese Kette durch meine Gebärmutter hindurch in den Bauch gewandert sein. Da könnte die Kette so einiges perforieren..

Gut, dass mich mein Freund wieder zu dem Termin begleitet hat und mich deshalb schnell zur Frauenklinik zum Röntgen bringen konnte.
Die Ärztin in der Klinik reagierte sofort ziemlich genervt, als ich ihr erzählte, dass es sich um eine eventuell gewanderte Kupferkette handeln könnte..
Beim Röntgen wurde die Kette dann tatsächlich im Bauchraum entdeckt! Dadurch lassen sich dann auch diese extremen Schmerzen erklären..

Tja, da ich morgens noch nichtsahnend gefrühstückt hatte, musste ich nun noch eine gewisse Zeit warten, um für die Not-OP nüchtern zu sein. Denn die Kette musste schnellstens aus dem Bauch, bevor sie noch mehr Unheil anrichtet.
Also: Noch einmal eine Vollnarkose. Vor lauter Angst fühlte ich mich nun nicht mehr wohl und sicher. Die Ärzte sagten mir, dass sie die Kette erstmals mittels einer Laparaskopie finden und entfernen wollen. Wenn sie damit keine Erfolge haben, müssten sie den Bauch allerdings aufschneiden.

Das ist das schlimmste Szenario, das man sich vorstellen kann und es ist eingetreten. Natürlich musste es so kommen. Gesundheitlich haben wir in der Familie ja immer so ein Glück!

Nach der OP zeigten mir die Ärzte die durch die Laparaskopie gefundene Kupferkette, die sich Gott sei Dank in dem Bauchnetz verfangen hatte und somit nichts schlimmeres anrichten konnte.
Und nun? Nun war ich am Ende. Die Alternative zur Pille hatte das Schlimmste erreicht und die Pille kam längst nicht mehr in Frage.
Seitdem wird mittels der NFP und Kondomen verhütet..

Ein gut gemeinter Rat, der auch von den behandelnden Ärzten aus der Klinik kam: junge Frauen und erst Recht die Frauen, die noch kein Kind zur Welt gebracht haben, sollen die Finger von jeder einsetzenden Verhütungsmethode in der Gebärmutter lassen!!
Schützt dieses wichtige Organ lieber, wenn ihr noch Wert auf die Kinderplanung legt. Wenn ihr vollkommen auf Hormone verzichten wollt, dann lernt euren Körper und Zyklus kennen – danach wisst ihr wann ihr (un)fruchtbar seid.

Im Übrigen bin ich nun bei einer Ärztin, die gut zuhören kann und die Verhütungsmethode akzeptiert. Sie wies mich daraufhin, dass die Kupferkette noch überdacht werden muss, da sie öfters durch die Gebärmutter wandert, als zunächst angenommen..

Ein Kommentar zu “Hormone und Verhütung

  1. Ich habe mir deinen Bericht letztens durchgelesen und finde es sehr wichtig, auch die ganzen negativen Erfahrungen zu veröffentlichen, um möglichst viele Frauen damit zu erreichen! Ich habe im Januar diesen Jahres leider das Gleiche durchgemacht! Ich habe mir die Gynefix letztes Jahr im Dezember einsetzen lassen und zwar von einer vom Hersteller auf seiner Seite empfohlenen Ärztin. Ich hatte keinerlei Betäubung sondern lediglich die Cytotec Tabletten, damit man etwas entspannter ist und sich die Kette somit leichter einsetzen lässt. Nach dem Eingriff war zunächst erstmal alles einigermaßen gut. Natürlich hat man heftige Schmerzen und auch Blutungen, aber das ist nach dem Eingriff ja erstmal normal. Ich hatte allerdings auch nach der zweiten und dritten Woche immer mal wieder Schmerzen und war daher auch noch zwei Mal bei meiner Ärztin, die mir jedoch versicherte, dass alles in Ordnung sei und mein Körper sich nur erstmap umstellen müsste und dass die Schmerzen etc vom Eisprung kommen (da ich die Pille ja kurz vorher erst abgesetzt hatte). An Silvester hatte ich jedoch ganz schlimme Krämpfe, Schüttelfrost und einen Kreislaufkollaps…auch danach ging es mit kolikartigen Schmerzen weiter, wo man sich weder bewegen noch luftholen konnte.. da ich zu dieser Zeit im Urlaub in Österreich war bin ich dort in ein Krankenhaus um mich untersuchen zu lassen und der Arzt dort meinte, dass irgendetwas komisch sei. Er selbst hat diese Kette noch nicht eingesetzt, aber ihm kam der Punkt wo die Kette sitzt (konnte er per Ultraschall sehen) komisch vor, weshalb er meinte, dass ich so schnell wie möglich zu meiner Ärztin soll die das eingesetzt hat. Ich bin dann direkt am nächsten Tag vom Urlaub heim gefahren und zu meiner Ärztin..mittlerweile waren seit dem Einsetzen 3 Wochen vergangen. Dort angekommen wurde ich nochmals untersucht und da kam raus, dass die Kette nicht mehr zu sehen ist. Die Ärztin vermutete, dass diese bestimmt in die Toilette gefallen sei, was ich aber nicht glauben wollte, denn dann hätte ich diese Schmerzen nicht gehabt. Zur Sicherheit wollte ich deshalb in eine Praxis, um mich röntgen zu lassen. Dort wurde die Kette dann auch gefunden..und zwar im Bauch! Nach dieser Diagnose vergingen allerdings 5 Tage bis zur OP, die ich unter höllischen Schmerzen verbracht habe. Außerdem sagte man mir, als ich frage, ob es nicht gefährlich sei, wenn die Kupferkette im Bauch ist und ich so Schmerzen habe, die Kette würde jetzt wohl im Bauch „schlummern“ und sich nicht bewegen, da könnte nichts passieren.. ich war skeptisch, abet konnte nichts machen, da die Ärzte das so sagten und meinten, das wäre der nächste OP Termin..ich müsse warten. Am Tag der OP kam dann raus, dass sie sich sehr wohl weiter bewegt hatte..denn die Ärzte mussten sie unter Vollnarkose und per Laparoskopie (4 Schnitte – einer am Bauchnabel und 3 am unteren Bauch) dann aus dem Dünndarm rausoperieren wo sie sich schon weiter reingebohrt hatte.. die Ärzte im KH meinten nach der Laparoskopie nur: Paar Stunden länger und ihr Darm wäre geplatzt..dann hätte ich nicht wirklich ne Überlebenschance gehabt😱 Danach folgten 6 Tage Krankenhaus mit glücklicherweise super tollen Ärztinnen und Ärzten, Pflegern und netten Zimmermitbewohnerinnen..aber ich war danach noch 2 Wochen krank geschrieben und durfte erst nach 3 Monaten wieder Sport machen..und das alles während meiner Masterarbeit! Also liebe Frauen..der Bericht war sehr ausführlich, aber nur so kann man die negativen Erfahrungen detailliert berichten und hoffentlich möglichst viele davon abhalten die Gynefix als Verhütungsmethode zu nutzen. Mein Geld (380€) habe ich zwar zurück bekommen, aber die Schmerzen, OP, Narben etc bezahlt mir im Endeffekt niemand!

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